Ein Projekt von Studenten der Universität Potsdam zur Erkundung des Forschungsfeldes "Politische Bildung 2.0". Dieses befasst sich sowohl mit der schulischen als auch außerschulischen Bildung Kinder und Jugendlicher im Bereich Politik.
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Arumente für die Rlevanz von eLearning in der politischen Bildung nach WACHE:
1.e-Learning-Kompetenz eine Schlüsselqualifikation der allgemeinen Lernkultur/ unverzichtbar für den Erwerb politischer Urteils- und Handlungsfähigkeit
2. E-Learning-Formate, wie multimediale Lernumgebungen im Internet und virtuelle Konferenzen, können dazu beitragen, politische Bildung attraktiver, effektiver und effizienter zu machen.
3. Online-Formate bringen Erreichbarkeit der Zielgruppen
4. Menschen, deren Mediensozialisation maßgeblich von digitalen Medien geprägt wurde und wird, haben andere Strategien des Denkens, Wahrnehmens und Lernens als vorangegangene Generationen. Diesen Zielgruppen muss man auch in der politischer Bildung digitale Lernszenarien anbieten.
5. Von aktiven und potenziellen Kunden politischer Bildungsmaßnahmen wird zunehmend der Einsatz digitaler Technologien, namentlich des Internets, nachgefragt und erwartet.
6. Der inzwischen erreichte Entwicklungsstand der e-Learning-Technologien sowie der große Erfahrungsfundus der erprobten didaktischen Modelle gestatten es, realistisch einzuschätzen, welche e-Learning-Szenarien in der politische Bildungsarbeit einen Mehrwert bringen und mit überschaubarem Aufwand realisierbar sind.
7. Durch den Einsatz attraktiver e-Learning-Formate können Träger politischer Bildung in der Öffentlichkeit das Image eines modernen zukunftsorientierten Dienstleisters aufbauen.
"Klar ist: YouTube und Facebook sind von den Parteistrategen als Plattformen ausgemacht worden, auf denen sie sich den Onlinewahlkampf zutrauen. Hinzu kommt ein wenig Twitter, das in Deutschland trotz starker Medienpräsenz in den letzten Wochen dennoch nicht die große Menge Wähler erreicht. Allerdings wird Twitter den Onlinewahlkampf beschleunigen und viele Multiplikatoren sind jetzt schon auf diesem Wege schnell erreichbar.
Weitere Trends sind erkennbar: Jeder halbwegs motivierte Kandidat wird in einem der kommenden Wahlkämpfe einen Account bei Facebook und Twitter haben, dazu ab und an bei Youtube ins Internet sprechen und vielleicht bloggen. Manche werden das auch selbst machen. Einige Politiker werden sich von der Masse absetzen, indem sie nach den Wahlkämpfen immer noch diese Werkzeuge nutzen und sie in ihren Alltag integrieren."
Beckedahl & Lüke veröffentlicheten unter dem Titel "Zwischen Strategie und Experiment "Politik im Web 2.0" Welche Parteien und Spitzenpolitiker nutzen das Web für sich?" eine kleine Serie von zwei Studien, denen jeweils etwas unterschiedliche Fragestellungen zugrunde lagen, aber die gleiche Methode.
Methodik: Quantitative Untersuchung der Internetpräsenz von Jugendorganisationen, Parteien und Spitzenpolitikern in den relevantesten social networks und der Blogosphäre:
Der erste Durchgang der Studie ist aus dem Juni 2008
Ausgangssituation: Präsidentschaftswahlkampf der USA; Wahlkampfvorbereitung der Bundestagsparteien
Daraus folgende zentrale Fragestellungen: Gibt es Transfers zwischen dem großteils onlinebasierten Wahlkampf der Präsidentschaftskandidaten und –parteien auf die Web 2.0-Nutzung im Bundestagswahlkampf 2009?
Zentrale Ergebnisse zusammengefasst:
- große Volksparteien (SPD, CDU) überwiegend in Groups von StudiVZ, XING und teilweise in MySpace und in der Blogosphäre vertreten
- Grüne. FDP und Linke eher in Videoplattformen wie Youtube vertreten
- Jugendorganisationen der Parteien nicht wesentlich aktiver
- Spitzenpolitiker nur vereinzelt auf Plattformen vertreten
Der zweite Durchgang wurde im Januar 2009 veröffentlicht.
Ausgangssituation: Anzeichen des Wahlkampfes für Bundestagswahlen im September 2009 in Deutschland
Daraus folgende zentrale Fragestellungen: Wie nutzen die Parteien wahlkampftaugliche Plattformen im Internet? Wie weit nähern sich deutsche Wahlkämpder an das Beispiel Obamas an?
Zentrale Ergebnisse zusammangefasst:
- Youtube entwickelt sich zur wahlkampfunterstützenden Plattform aller Parteien
- Facebook als Leitplattform für den Wahlkampf, insbes. von Jugendorganisationen
- Twitter & MySpace nahezu bedeutungslos
- Einträge in der Blogosphäre eher rückläufig
Kritik (gesamt): Die Ausgangssituation der Studie von 06/2008 ist zweifelhaft, da sich die politischen Systeme der USA und der BRD grundlegend unterscheiden. Der Wahlkampf in den USA ist fast vollständig personalisiert. Der Bundestagswahlkampf in Deutschland hingegen wird hauptsächlich getragen von Parteien und deren Programmen. Zwar sind durch Kanzlerkandidaten auch hier deutlich Personalisierungstendenzen sichtbar, dennoch ist ein Vergleich mit den Präsidentschaftswahlen der USA nicht angebracht. Wählen doch die Deutschen ihren Kanzler nicht direkt, sondern geben ihre Stimmen Wahlkreiskandidaten und Parteien.
Ebenso wenig können die Wahlen hinsichtlich ihrer Wahlkampfzeit miteinander verglichen werden. Während die Präsidentschaftskandidaten rund zwei Jahre im Wahlkampf aktiv sind und das Internet so langfristig als Plattform nutzen können, dauert die Wahlkampfphase in Deutschland rund ein halbes Jahr.
Hinsichtlich der Autorenschaft und Initiation dieser „Kurzstudien“ ist zu beachten, dass diese von einer Agentur getragen werden, die umfangreiche Netzdienste für die Realisation und Strategieplanung zur Nutzung von Internetplattformen in Kombination mit Politikberatung anbietet. So liegt der Verdacht nahe, dass die Studien als Marketinginstrument benutzt werden.
Auch die Methodik der Datenerhebung wird von einigen Kritikern beanstandet, obwohl die zentralen Ergebnisse des Öfteren von der Presse anerkannt und zitiert werden.
BECKEDAHL, Markus / LÜKE, Falk (2008): Zwischen Strategie und Experiment. Politik im Web 2.0. Welche Parteien und Spitzenpolitiker nutzen das Web für sich? Kurzstudie #2
BECKEDAHL, Markus/ LÜKE, Falk (2009): Zwischen Strategie und Experiment. Politik im Web 2.0. Welche Parteien und Spitzenpolitiker nutzen das Web für sich? Kurzstudie #3